Diesen herzhaften Kuchen liebe ich, weil ich damit aufgewachsen bin und weil er so irre nach mehr schmeckt. Ein ganzes Blech ist also Pflicht.
Verbunden wird er vielleicht auch mit dem jährlich im Oktober stattfindenden Zwiebelmarkt in meiner Heimatstadt Weimar. Schon früh um drei Uhr ging das geschäftige Treiben in der gesamten Innenstadt los. Die Kneipen schenkten bereits Bier aus, die Bäckereien schleppten Blech auf Blech auf die Strasse und gegen sechs Uhr waren schon die ersten Besucher betrunken, sicher nicht vom Zwiebelkuchen. Hier das Rezept, so wie es mir immer gelingt:
die Zutaten:
500 gr. Weizenmehl
ein Stück Hefe (42 gr.)
Prise Zucker
Prise Salz
2 + 4 Eier
2 gehäufte Esslöffel Kümmel
1 kg Zwiebeln
80 gr. Butter
200 ml Milch
2oo gr. Packung Schinkenscheiben
2 Becher saure Sahne
der Belag:
(kann und sollte man schon am Vortag erledigen, sonst sieht man ziemlich verheult aus, wenn die Gäste kommen)
Die Zwiebeln schälen, in Streifen schneiden (am besten mit einer Taucherbrille, bei der die Nase innen steckt – wegen der Tränen!) und in 4 Durchgängen (das geht besser, weil nicht so viel Saft auf einmal austritt) in einer Mischung aus Öl und etwas Butter anbraten, bis sie leicht bis gut braun werden.
der Teig:
Etwa 450 gr. Mehl in eine Schüssel geben und verteilen.
Die Butter in Flöckchen auf dem Mehl verteilen.
Eine Prise Salz verteilen, eine Prise Zucker verteilen.
Zwei Eier zugeben.
Die Hefe in lauwarmer Milch auflösen.
Dann die Milchhefe in die Mitte gießen.
Von außen nach innen gut durchkneten (immer mal etwas Mehl zustäuben, sonst klebt es zu viel).
Schüssel mit einem Handtuch abdecken und eine Stunde etwas warm stellen (in die Sonne oder in den ganz leicht vorgewärmten Backofen) und gehen lassen (nicht nachsehen!).
Jetzt noch einmal durchkneten und weitere 5 min gehen lassen.
Den Teig auf dem vorher eingefetteten Blech verteilen.
Teig am Rand etwas hochkneten und mit einer Gabel Löcher in die Teigschickt stechen.
der Belag:
Nun die Zwiebeln auf dem Teig verteilen, auch den in feine Streifchen geschnittenen Schinken verteilen und alles gut platt drücken.
Das Blech in die Röhre schieben und bei  185 Grad Umluft etwa 20 min backen. Das noch ohne den Guss, weil dann aus den Zwiebeln noch etwas Feuchtigkeit geht.
der Guss:
Die saure Sahne, 4 Eier, den Kümmel, etwas Pfeffer und reichlich (!) Salz in einer Karaffe gut verquirlen (wenn es zu dick ist, etwas Milch zugeben). Das heiße Blech herausziehen und diesen Guss auf die Zwiebeln gießen, die Soße dabei immer wieder umrühren, damit der Kümmel nicht absinkt. Nun weitere 25 min backen. Die Deckschicht kann ruhig etwas brauner werden.
Fertig!
Schmeckt warm am allerbesten, aber durchaus auch kalt. Weißwein oder Bier ist zwingend erforderlich – niemals Rotwein!  Ein ganzes Blech erfordert immer die Anwesenheit von Freunden!
Gutes Gelingen und Guten Appetit!

 

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